die fabric

Geschichte

Zwischen Klostermauern und Flussläufen, Handwerkstradition und städtischer Erneuerung: Das St. Alban-Tal erzählt von Jahrhunderten Basler Geschichte – und schreibt sie fort.

Mitten darin steht «die fabric» - ein Haus, das Vergangenheit und Zukunft auf besondere Weise verbindet. Über die Jahrhunderte ein Ort der Papierherstellung, des Buchdrucks und der Seidenbandfärberei – heute ein Haus für modernes Arbeiten und Wohnen in historischer Umgebung.

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Ausschnitt mit dem St. Alban-Tal aus der Gesamtansicht der Stadt Basel von Matthäus Merian 1615

Illustration Basel 1615

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Ausschnitt mit dem St. Alban-Tal aus der Gesamtansicht der Stadt Basel von Matthäus Merian 1615

1477 — 1839
Papierherstellung und Druck

An diesem Ort begann die Geschichte industrieller Handwerkskunst in Basel: Hier wurde bereits im späten Mittelalter Papier hergestellt – ein Fundament für die spätere kreative und wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes.

1477 wird erstmals eine „Papierhencke“ erwähnt, in der alte Textilien zu feinem Papier verarbeitet wurden. Im 18. Jahrhundert erreichte die Papierproduktion und der Druck unter Johann Christoph Im Hof ihren Höhepunkt.

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Historisch inspirierte Illustration der Papier­herstellung und Trocknung
(19. Jahrhundert)

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Siegel des Papier­fabrikanten Johann Christoph Im Hof-Burckhardt

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Historisch inspirierte Illustration der Papier­herstellung und Trocknung
(19. Jahrhundert)

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Siegel des Papier­fabrikanten Johann Christoph Im Hof-Burckhardt

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Siegel des Papier­fabrikanten Johann Christoph Im Hof-Burckhardt

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Wappenschilde mit den Initialen des Seidenband­herstellers Christoph Heinrich Sieber-Bischoff (1839)

Wappenschilde mit den Initialen des Seidenband­herstellers Christoph Heinrich Sieber-Bischoff (1839)

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Wappenschilde mit den Initialen des Seidenband­herstellers Christoph Heinrich Sieber-Bischoff (1839)

1840 — 1929
Seidenbandfabrikation

Mit der Industrialisierung wandelte sich das Gebäude zu einem Ort mechanisierter Produktion – Seidenbänder und andere Waren verliessen die Räume der ehemaligen Papierfabrik.

1839 übernahm der Seidenbandfabrikant Christoph Heinrich Sieber-Bischoff die Liegenschaft. In den folgenden Jahrzehnten entstanden markante Aufstockungen und 1868 ein Maschinenhaus mit Hochkamin, das die industrielle Nutzung deutlich verstärkte. Die Kombination aus Produktion und Wohnraum für Arbeiter spiegelte den urbanen Wandel des Quartiers wider.

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Die hintere Dychmündung; Blick vom Rhein aus gesehen, Aquarell von Johann Jakob Schneider, 1874
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Die hintere Dychmündung; Blick vom Rhein aus gesehen, Aquarell von Johann Jakob Schneider, 1874Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

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Die hintere Dychmündung; Blick vom Rhein aus gesehen, Aquarell von Johann Jakob Schneider, 1874
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

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Seidenband­fabrik um 1880
Schematische Darstellung, inspiriert von historischen Abbildungen der frühen mechanisierten Bandweberei.

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Mit der Herstellung von Fuchsin (Magenta) ab 1859 begann in Basel die synthetische Farbstoff­produktion. Die neuen Anilinfarben stärkten auch die Seiden­band­fabrikation.

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Seidenband­fabrik um 1880
Schematische Darstellung, inspiriert von historischen Abbildungen der frühen mechanisierten Bandweberei.

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Mit der Herstellung von Fuchsin (Magenta) ab 1859 begann in Basel die synthetische Farbstoff­produktion. Die neuen Anilinfarben stärkten auch die Seiden­band­fabrikation.

1940er – 2021
Zwischennutzungen mit Ateliers und Wohnungen, später Umbau zum Bürogebäude

Nach dem Niedergang der Textilindustrie fanden im Haus Handwerker, Künstler und Kreative ihre Räume. Mit dem Engagement der Christoph Merian Stiftung wurde das zuvor heruntergekommene St. Alban-Tal in den 1980er-Jahren behutsam saniert und schrittweise aufgewertet.

Das Gebäude selbst entwickelte sich zum Standort eines Pharmaunternehmens. Anfang der 90er-Jahre erfolgte ein umfassender Umbau; die historische Fassade mit ihren Inschriften und der ursprünglichen Farbgebung wurde dabei  renoviert.

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Luftaufnahme des Quartiers vor der Aufwertung (1975)

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St. Alban-Rheinweg Aufnahme vor 1973

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Basel Luftbild 70er

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Luftaufnahme des Quartiers vor der Aufwertung (1975)

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Basel St. Alban-Tal Strassenszene 70er

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St. Alban-Rheinweg Aufnahme vor 1973

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Signet "die fabric" in Form eines Papierbogens an der Hänke

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Serviced Living Apartment Eindruck vom Wohnraum

Signet "die fabric"

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Signet "die fabric" in Form eines Papierbogens an der Hänke

Serviced Living Innenansicht

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Serviced Living Apartment Eindruck vom Wohnraum

ab 2025 – die fabric
ein Haus für kreatives Arbeiten und Serviced Living

Ab 2025 beginnt nach einem umfassenden Umbau ein neues Kapitel in der langen Geschichte des Hauses. Neues Leben zieht in "die fabric" ein – Transformation verstanden als Weiterentwicklung des Bestehenden.

Wo einst industriell produziert wurde, findet heute kreatives Arbeiten und hochwertiges Wohnen seinen Platz. Die industrielle Herkunft bleibt lesbar und wird Teil einer neuen urbanen Gegenwart – ein Haus, das seine Geschichte nicht nur bewahrt, sondern weiterschreibt.

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Sicht auf die fabric vom Rhein aus, Fotografie von 2025

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Sicht auf die fabric vom Rhein aus

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Sicht auf die fabric vom Rhein aus, Fotografie von 2025